Gegen Spliss hilft kein Shampoo

In einigen Internet-Ratgeberportalen Verbraucherportalen sehe ich immer wieder Fragen nach Shampoos und/oder Pflegeprodukten gegen Spliss und es gibt doch tatsächlich Unwisende Verbraucher, die den Fragenden dann wirklich Shampoos, Spülungen und sonstige Produkte empfehlen . . . und ich bin dann sicher nicht der einzige Mensch, dem es beim Lesen unweigerliche die Nackenhaare aufstellt.

Die Entstehung gespaltener Haarspitzen, auch Spliss genannt, beruht auf mechanischer Einwirkung wie z.B. Reibung oder Anstoßen der Haarspitzen.

Auch eine massive Hitzeeinwirkung ist ein Feind unserer Haare. Während man z.B. einen Fön immer in Bewegung hält und somit keinen Hitzestau generiert, sieht das bei Glätteisen anders aus und hierbei werden auch schnell (und länger) die für unser Haar maximal verträglichen 60 Grad überschritten.

Bei vorhandenem Spliss hilft definitiv eine einzige Maßnahme: die scharfe Profischere in der Hand einer versierten Fachkraft. Mit Selbstversuchen lässt sich häufig lediglich nur noch mehr Schaden anrichten und ein fachgerechter, gründlicher Spliss-Schnitt ist einfach die notwendige Grundlage dafür, dem Spliss zukünftig wenig bis gar keine Chancen mehr einzuräumen.

Je länger man mit dem Spliss-Schnitt wartet, desto hoher „wandert“ der Spalt in jedem einzelnen Haar und ordentliche Friseure arbeiten bei Nachschnitten und dem Spliss-Schnitt nach der goldenen Regel: „So wenig wie möglich – so viel wie nötig“. Wer dem Spliss zu lange Zeit lässt, muss damit leben, dass mehr als nur die Spitzen abgeschnitten werden müssen.

Bei einem reinen Spliss-Schnitt (funktioniert nur dann, wenn lediglich die Spitzen gespalten sind und der Spalt sich nicht bereits in die Haarlängen erweitert hat) verliert man kaum bis gar nichts an Haarlänge und wer sich an wirkliche Haarpflege und den korrekten Umgang mit haaren hält, sollte mit jährlich 2, 3 bis max. 4 Spliss-Schnitten auskommen können.

Wir können sicherlich nicht immer und zu jeder Zeit an jedes Detail denken und erweitern Inhalte selbstverständlich jeweils dann, wenn uns zum entsprechenden Thema noch fehlende Details ein- und auffallen, oder neue Erkenntnisse vorliegen.

Hier ist unsere Liste an wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung von Spliss:

– beim Haarewaschen wirklich nur den Kopf/die Ansätze waschen/massieren … für die Haarlängen und -spitzen reicht es aus, wenn man den Schaum vor und während dem Ausspülen durch die Längen streicht und beim Ausspülen werden die Haarlängen ausreichend reinigend mitversorgt.

– niemals die Haarlängen und -spitzen rubbeln …. schon gar nicht in nassem Zustand

– nur Bürsten mit Naturborsten und echte Horn- oder Holzkämme verwenden

– nasse Haare nicht bürsten, sondern nut mit einem grobzinkigen Kamm durchkämmen

– nie zu heißes Wasser verwenden … je kühler, desto besser

– übermäßige Hitze generell vermeiden (nicht heiß fönen, u.s.w.)

– Bürsten, Kämme, etc. auch regelmäßig reinigen

– keine Haargummis mit Metallstücken verwenden

– auf Seiden- und/oder Satinkissen schlafen. Darauf reibt sich das Haar im Schlaf nicht auch noch unnötig

– Vitamin- und Mineralienmängel vermeiden

– mind. 2 – 2,5 Liter Wasser pro Tag trinken

– Stress vermeiden

– regelmäßig nachschneiden lassen

Bei langem Haar empfiehlt sich außerdem auch die sogenannte Haaransatzwäsche, die dem Haar jährlich hektoliterweise austrocknendes Wasser erspart.

Selbstverständlich sind Haarspitzen noch weniger splissanfällig, wenn sie immer schön geschmeidig gehalten werden, denn dann geben sie schlicht und einfach mehr nach, wenn sie irgendwo anstoßen und spalten sich nicht so schnell.

Hierfür einfach einen Hauch eines der vier für Haarspitzen am besten geeigneten, reinen Naturöle sachte an die trockenen! Haarspitzen anmassieren, nachdem man einen Tropfen davon gleichmäßig zwischen den Fingerkuppen verteilt hat . . . schon sind sie quasi „schäfchenweich“, fühlen sich absolut toll an und sind eben geschmeidig genug, sich nicht gleich bei jedem Anstoßen zu spalten.

Diese vier reinen Naturöle sind: Mandelöl, Macadamiaöl, Jojobaöl und Arganöl.

Weshalb diese Öle, denn Öl ist Öl und somit einfach Fett? Weil es mit die leichtesten Öle sind und somit die Haarspitzen nicht unnötig beschweren wie z.B. Kokosöl oder Olivenöl.