Mehr als 50% aller Frauen färben ihre Haare und auch Männer greifen immer häufiger in den „Farbtopf“.

Wie sicher ist Haarefärben?

Von Schwarz auf Platinblond, ob blau, rosa oder bunt – beim Haarefärben ist heute beinahe nichts mehr unmöglich.

Doch Vorsicht! Viele Colorationen und Intensivtönungen sind Chemiekeulen, die die gesundheitliche Nebenwirkungen auslösen können. Sie enthalten allergieauslösende und krebserregende Substanzen.

Wer mit Chemie färbt, riskiert Nebenwirkungen und da hilft es auch nicht, wenn auf der Packung steht „Haarfärbemittel mit Pflanzenextrakten“, denn auch solche Produkte können durchaus bedenkliche Stoffe beinhalten.

Beinahe die Hälfte all derer, die Haare färben, übt sich in Selbstversuchen (von denen auch etliche schiefgehen), Ladengeschäfte un Online-Shops überbieten sich in der Auswahl an Haarfärbemitteln und den Konsumenten wird über die Werbung eingeredet, sie würden für den Bruchteil der Kosten eines Friseurbesuchs ein tolles Produkt erhalten.

Nur wenige Konsumenten/innen wissen über die mehrstufige chemische Reaktion Bescheid, die sich beim Haarefärben abspielt – und diese Reaktion hat es in sich!

Der Entwickler/Oxidant (meist Wasserstoffperoxid) „zerstört“ zuerst die natürliche Haarfarbe (eben duch Oxidation) und anschließend wird eine Färbecreme aufgetragen, die in die gesamte Haarstruktur eindringt. Dieser chemische Prozess findet sowohl bei dauerhaften Färbungen (Colorationen), als auch bei Intensivtönungen statt. Letztere unterscheiden sich abgesehen von der  langsamen Auswaschbarkeit der Farbe, kaum von Colorationen. In einem Test von Kassensturz erhielten 15 von 20 getesteten Produkten wegen heikler Inhaltsstoffe die Note ungenügend.

Nachdem junge Frauen durch Haarfärbemittel starben, kündigte der wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Union Handlungsbedarf an. Daraufhin wurden 36 Do-It-Yourself-Haarfärbemittel als sehr bedenklich eingestuft. Außerdem dürfen laut der EU-Richtlinie und Verordnung unter 16-Jährige sich die Haare nicht mehr färben lassen. „Haarfärbeprodukte müssen mit dem Vermerk ‚Dieses Produkt ist nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt‘ versehen werden. Dieser Warnhinweis muss auf Kosmetikprodukten mit bestimmten Inhaltsstoffen vermerkt sein, um allergische Reaktionen, die gehäuft bei jungen Menschen auftreten, zu vermeiden.

Besonders erschreckend:

Obwohl die Europäische Kommission viele gesundheitliche Chemikalien in Haarfärbemittel verboten hat, fand Ökotest  in zwei Colorationen (Sanotint Haarfarbe 10 Hellblond und Garnier Nutrisse Creme 100 Sommerblond) das von der EU als Gefahrstoff ausgezeichnete aromatische Amin p-Aminophenol. Dieser kann das Erbgut verändern und darf in Kosmetika gar nicht mehr enthalten sein.

Hier nutzen die Hersteller einen Trick:

Wenn die vorliegende Konzentration nach Experten-Meinung kein Risiko darstellt, darf der Gefahrstoff trotzdem ins Produkt.

Nach Mitteilung der Europäischen Kommission ist die Europäische Union auf Grund der strengen Bestimmungen der sicherste Markt für Haarfärbemittel in der Welt. Mehr als 100 Produkte wurden als sicher bewertet und 180 Haarfarbstoffe wurden vorsorglich verboten, da keine Daten eingereicht wurden, um die Sicherheit der Stoffe zu belegen. Zwar stellen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die in den Farben eingesetzten Stoffe keine große Krebsgefahr dar, allerdings bleiben Zweifel. Dies zu Recht. Wir wissen spätestens, seit Glyphosat „sicher“ ist, dass hinter der BfR und der EU eine große Lobby steckt.

Dauerhafte chemische Haarfarben sind in den vergangenen Jahrzehnten in Verruf geraten. Viele Färbestoffe haben sich als krebserregend und extrem allergisierend erwiesen. Und auch nachdem der Gesetzgeber zahlreiche Substanzen verboten und Grenzwerte festgelegt hat, sind sie noch immer alles andere als gesund, dass bestätigt sogar Ökotest.

Laut einer Studie im Fachblatt American Journal of Public Health erhöht sich das Risiko für Non-Hodkin-Lymphom bei Frauen, die langfristig Haarfärbemittel verwenden (besonders dunklere Farben). Untersuchungen der Food and Drug Administration (FDA) und der American Cancer Society haben ähnliche Ergebnisse ergeben. Sie haben den Zusammenhang zwischen Krebs und in Haarfärbemitteln befindlichen Toxinen nachgewiesen.

Marktforschung:

Haarfärbemittel weisen das schnellste Innovationswachstum im Haarpflegesektor auf

Die Welt altert. Und mit einer zunehmend „grauhaarigen Gesellschaft“ war die Basis alternder Verbraucher, die auf der Suche nach Haarprodukten sind, die sie jünger aussehen lassen, nie größer, so eine Studie, die zeigt, dass während für den asiatischen Raum und europäischen Raum noch  viel Wachstum prognostiziert wird, der Umsatz für Haarfärbeprodukte in den USA doch zurückgeht.

In den USA gilt nach wie vor: Haarfärbemittel haben etwa 5000 Stoffe von krebserregenden Chemikalien. Immer mehr User weisen darauf hin. Und berühmte Stars stehen zu der Haarfarbe grau. Nicht nur George Clooney und Richard Gere, sondern auch Jamie Lee Curtis stehen zu ihrer grauen Haarpracht.

Unproblematisch sind die meisten Färbechemikalien auf der Positivliste so oder so nicht: Viele gelten als starke Kontaktallergene. „Hautreaktionen auf p-Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin verlaufen schwer. Daher sollte alles getan werden, um sie zu vermeiden“, bringt Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken – der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien – das Problem auf den Punkt. Hat man eine solche Kontaktallergie erst einmal entwickelt, besteht sie ein Leben lang.

Ein Krebsrisiko durch aktuell in der EU erhältliche Haarfärbemittel bestehe jedoch nicht, ist der derzeitige Standpunkt des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU-Kommission. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel mahnt indes zur Vorsicht: „Aus meiner Sicht ist eine abschließende Bewertung des Krebsrisikos der als Färbechemikalien eingesetzten aromatischen Amine nicht möglich.“

Allergieauslöser

Treten binnen zwei Tagen nach dem Färben juckende Flecken an Gesicht, Hals und Händen auf oder schwellen die Augen an, könnte das ein Anzeichen für eine Allergie sein.